Krankengeld oder Arbeitslosengeld – was ist günstiger?

Diese Frage stellt sich, wenn das Arbeitsverhältnis beendet wurde und der Arbeitnehmer bei Ablauf der Kündigungfrist arbeitsunfähig erkrankt ist. Denn während sich das Arbeitslosengeld nur auf 60 % (67 %, falls Kinder vorhanden sind) des in den 12 Monaten zuvor erzielten durchschnittlichen Nettoverdienstes beläuft, beträgt das Krankengeld zwischen 70 % und 90 % (die Berechnung im einzelnen ist kompliziert) des regelmäßigen Arbeitsentgelts und wird damit in der Regel höher sein.

Ist der Arbeitnehmer noch während des Laufs der Kündigungsfrist arbeitsunfähig erkrankt, besteht der Anspruch auf Krankengeld auch nach Ablauf der Kündigungsfrist weiter (maximal für insgesamt 78 Wochen). Der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht solange, § 142 SGB III. Dabei spielt es keine Rolle, ob während des Laufs der Kündigungsfrist schon Krankengeld bezogen wurde oder das Entgelt vom Arbeitgeber noch fortgezahlt wurde, da der Anspruch auf Krankengeld während der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber schon entstanden ist.

Erkrankt der Arbeitnehmer dagegen erst nach Ablauf der Kündigungsfrist, also während des Bezugs von Arbeitslosengeld, besteht zwar auch ein Anspruch auf Krankengeld. Dieses wird aber nur in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengelds bezahlt, § 47b SGB V. Auch in diesem Fall besteht gem. § 126 SGB III zunächst ein Anspruch auf Entgeltortzahlung (hier in Form der Lohnersatzleistung ALG I) und sodann für maximal 78 Wochen ein Anspruch auf Krankengeld.



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