Wechselmodell – Was bedeutet das eigentlich?

Als Wechselmodell bezeichnet man – im Gegensatz zum herkömmlichen Residenzmodell – eine Regelung, nach der sich die Kinder nach der Trennung der Eltern in beiden Haushalten in etwa dem gleichen zeitlichen Umfang aufhalten. Während sonst der eine Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht ausübt und dem anderen Elternteil ein Umgangsrecht zusteht, werden Aufenthaltsbestimmungsrecht und Umgangsrecht hier gewissermaßen geteilt.

Ist das Wechselmodell gerichtlich durchsetzbar?

Das Wechselmodell ist nach der Entscheidung des BGH vom 27.2.2017 (Az.: XII ZB 601/15) nunmehr auch gegen den Willen des anderen Elternteils durchsetzbar, wenn dies dem Kindeswohl am besten entspricht. Bislang konnte ein Wechselmodell nur bei Einvernehmen der Eltern etabliert werden. Besonders gut wird die Durchsetzung des Wechselmodells zukünftig allerdings dann begründet werden müssen, wenn die Kinder noch klein sind

Wirkt sich das Wechselmodell auf den Unterhalt aus?

Wird das Kind von beiden Elternteilen tatsächlich hälftig betreut, besteht bei etwa gleichen Einkommensverhältnissesn grundsätzlich auch kein Barunterhaltsanspruch des Kindes gegen die Elternteile. Dies gilt allerdings nur, wenn das Kind tatsächlich von beiden Elternteilen im gleichen Verhältnis betreut wird. Findet nur ein erweiterter, über das gewöhnliche Maß hinausgehender Umgang statt, bleibt es in der Regel bei der Unterhaltspflicht desjenigen, der das Kind in geringerem Ausmaß betreut. Ob und inwiefern Ausnahmen möglich sind, kann nur im konkreten Einzelfall entschieden werden. Bei ungleichen Einkommensverhältnissen besteht in der Regel ohnehin ein Barunterhaltsanspruch des Kindes gegenüber dem Besserverdienenden.



© 2017 - Dr. Christopher Kasten - Alle Rechte vorbehalten

Click Me